Hitze und Kälte im Dachgeschoss: Was Möbeln, Elektronik und Kleidung
Ein Dachgeschoss ist thermisch gesehen ein Grenzbereich. Im Sommer heizen sich die Räume unter dem ungedämmten Dach schnell auf über 40 Grad Celsius auf, während im Winter die Temperaturen dort oben deutlich schneller fallen als in den darunterliegenden Etagen. Diese extremen Schwankungen bleiben nicht ohne Folgen für das, was dort gelagert wird. Viele Haushalte nutzen den Dachboden als Abstellfläche, ohne zu bedenken, dass Hitze und Kälte langfristig massive Schäden anrichten können.
Besonders empfindlich reagiert Elektronik. Leiterplatten, Kondensatoren und Lötstellen sind für gleichmäßige Umgebungsbedingungen ausgelegt. Wechselt die Temperatur zwischen 35 Grad im Sommer und null Grad im Winter, entstehen Spannungen im Material, die zu Haarrissen und kalten Lötstellen führen. Feuchtigkeit verstärkt das Problem: Kühlt warme Luft nachts ab, schlägt sich Kondenswasser auf den Platinen nieder und löst Korrosion aus. Wer alte HiFi-Geräte, Computer oder Werkzeuge mit Elektronik im Dachgeschoss einlagert, riskiert deren vorzeitigen Ausfall. Wer unsicher ist, welche Gegenstände oben überhaupt hingehören, findet unter Was auf den Dachboden darf und was besser nach unten gehört eine hilfreiche Einordnung.
Möbel aus Holz oder mit Furnier leiden ebenfalls. Hitze entzieht dem Holz Feuchtigkeit, es schwindet, Fugen öffnen sich und Furnierblätter lösen sich ab. Kälte wiederum lässt das Material zusammenziehen, was zu Rissen führen kann. Klebstoffe in Spanplatten oder verleimten Verbindungen werden mit der Zeit spröde. Bei Polstermöbeln setzt die Hitze dem Schaumstoff zu, der ausdünstet und seine Elastizität verliert. Kälte macht Kunstleder hart und rissig. Kleidung wiederum ist anfällig für Motten, die sich in warmen, dunklen Dachböden besonders wohlfühlen, während Feuchtigkeit Schimmel in Textilfasern begünstigt.
Wer den Dachboden dennoch als Stauraum nutzen will, sollte auf eine gewisse Luftzirkulation achten und empfindliche Dinge in luftdichten Boxen mit Silikagel lagern. Elektronik gehört besser in beheizte Räume, ebenso hochwertige Möbel und Kleidungsstücke aus Naturfasern. Eine regelmäßige Kontrolle auf Feuchtigkeit und Schädlinge erspart teure Überraschungen. Letztlich entscheidet nicht die Menge des Stauraums, sondern die Frage, ob das Gelagerte die Bedingungen dort oben tatsächlich verträgt.